
"Mamas Taxi" steht auf dem Aufkleber an der Windschutzscheibe von Christian Knupfers Golf II. Doch dies ist ironisch gemeint. Keine zehn Pferde würden seine Mutter dazu bewegen können, es sich auf der Rückbank des beigen Gefährts gemütlich zu machen. Mitfahrer sind aber auch gar nicht erlaubt beim dritten Autocross-Rennen, das heute auf einem Acker bei Moosbeuren ausgetragen wird.
Gewonnen hat dabei der Fahrer, dessen Auto am Ende noch fahrtüchtig ist. Der ein Kilometer lange Rundkurs hat keine Ziellinie, braucht er auch gar nicht. "Wer am besten rammt und am geschicktesten ausweicht, gewinnt", sagt Christian Knupfer, einer der vier Organisatoren des Rennens.
Renndauer zwei Stunden
Wie in den vergangenen Jahren wird auch seine Mutter wieder an der Acker-Rennstrecke stehen und seine "Performance" und die seines Bruders Bernd verfolgen, der ebenfalls mit einem alten Golf II um die Pokale fährt. Doch nicht aus Begeisterung. Christian Knupfer weiß: "Unserer Mutter wäre es lieber, wir würden Beete jäten", was die 28 begeisterten Rennfahrer heute mit dem Stoppelacker in gewisser Weise ja auch machen werden.
Rund zwei Stunden, schätzt Christian Knupfer, wird das Rennen heute gehen. Die Veranstalter hoffen auf trockenes, nicht zu heißes Wetter. "Sonst könnte es staubig werden", sagt Knupfer. Die meisten Teilnehmer kommen aus dem Landkreis Biberach; auch der Titelverteidiger aus Ummendorf ist am Start.
Ein erstes Rennen mit schrottreifen Autos ging in Moosbeuren bereits vor sieben Jahren über die Bühne. Damals im kleinen, aber vor allem noch im rechtlich ungeklärten Rahmen. Seit drei Jahren rammen sich die Autos in Moosbeuren aber völlig legal. Auch Oberstadions Bürgermeister Manfred Weber möchte sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Beschwerden von Bürgern, so Weber, seien in der Vergangenheit keine laut geworden.
Feuerwehr ist dabei
Am Streckenrand postiert sind auch heuer wieder Polizei, Sanka und Feuerwehr. Die Sicherheit der Fahrer soll an oberster Stelle stehen. Helme sind Pflicht, ebenso Schnellverschlüsse der Motorhauben, damit Feuer im Ernstfall so wie vor fünf Jahren, als ein Auto ausbrannte schnell gelöscht werden können. Verletzte hat es bei den Rennen bisher noch keine gegeben. Dies soll auch so bleiben, hofft vor allem eine Mutter am Streckenrand.