"2500 genießen Stunts und feiern!"
Drittes Auto-Cross in Moosbeuren zieht viele Zuschauer an - Schrottlauben fahren mit Bioöl

2500 zahlende Zuschauer kamen am Samstag zum dritten Auto-Cross in Moosbeuren und wurden mit einem heißen Crash-Rennen belohnt. 28 Teilnehmer sorgten mit teils filmreifen Stunts für Staunen.

RENATE EMMENLAUER

     



Blick ins Cockpit: Organisator und Auto-Cross-Fahrer Christian Knupfer. Foto: Emmenlauer

Moosbeuren  Waren es beim ersten Auto-Cross gerade mal ein paar hundert Zuschauer, pilgerten vergangenes Jahr schon 1200 Fans zu dem Autorennen auf den riesigen Stoppelacker bei Moosbeuren. Den Anfragen nach hatten die Organisatoren im Vorfeld für den dritten Auto-Cross gehofft, die letztjährige Zahl noch toppen zu können. Dass aber 2500 Besucher das Gelände bevölkerten - nicht gezählt wurden Helfer sowie Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren, denn die hatten freien Eintritt - damit hatten Christian Knupfer, Stefan Kiefer, Christian Wöhrle und Matthias Kopp allerdings nicht gerechnet.
 
"Jeder zahlende Besucher steuert seinen Anteil im Spendenkorb bei", freut sich Christian Knupfer. Denn für die vier sympathischen jungen Leute, die alle aus den "Winkel"-Gemeinden stammen, ist klar, dass auch in diesem Jahr der gesamte Erlös an gemeinnützige Einrichtungen fließen soll. "Uns ist die Gaudi wichtig und auch, den Veranstaltungskalender in dieser Region noch attraktiver zu machen", so deren Tenor.

Die grandiose Publikumskulisse und natürlich das Crash-Rennen selbst haben die Kumpels wieder für die zeitintensive Vorarbeit entschädigt. "Eine komplette Woche vom Sommerurlaub ist wieder draufgegangen. Da sind die Planungen schon vor Monaten nicht eingerechnet", sagt Christian Wöhrle. Während er und Matthias Kopp am Samstag für einen reibungslosen Ablauf sorgten, checkten Christian Knupfer und sein Bruder Bernd ihre ausrangierten Golfs nochmals durch, nicht dass diese vor dem Rennen den Geist aufgeben. Wie alle anderen 26 Teilnehmer trugen auch die Brüder Knupfer vorschriftsmäßig einen Helm und waren angegurtet. Der Umwelt zuliebe fuhren alle Autos mit Bioöl und hatten Leitungswasser im Kühler, wie zu erfahren war.
 
Christian Knupfer hatte nicht nur einen Brust- und Armschutz um, der Hundersinger Auto-Freak hatte das Innenleben seines weißen Abwrack-"Taxis" zusätzlich mit Strohballen gesichert. Sämtliche Scheiben waren an allen Fahrzeugen ausgebaut. "Wegen der Sicherheit. Wenn Glas splittert, kanns richtig gefährlich werden", weiß Knupfer aus eigener Erfahrung. "Die Sicherheit der Fahrer steht an erster Stelle, auch wenn manches halsbrecherisch aussieht." Auch für die Sicherheit des Publikums war hervorragend mit stabilen Zaunabsperrungen gesorgt.
 
So rollten die 28 Schrottlauben auf Rädern am Samstagnachmittag nach einem ausgedehnten Trainingslauf auf die etwa einen Kilometer lange, eigens für das Rennen präparierte, kurvenreiche Strecke inmitten des Stoppelackers. Die Kunst war, mit seinem Blechross möglichst lange auf der Strecke zu bleiben. Gab dieses dann den Geist auf, hieß es "ausgeschieden". Anrempeln nach allen Regeln der Kunst war erlaubt. Zwei Dutzend "Stewarts" säumten die Strecke und reckten je nach Notwendigkeit rote Flaggen für den Rennstopp und gelbe für langsame Fahrt in die Höhe. Zwei riesige Traktoren standen bereit, um die nicht mehr fahrtüchtigen Autos sofort von der Strecke zu schleppen.
 
"Boxen auf und los", gab Moderator Theo das Kommando zum Start. Was die Verantwortlichen nicht bedachten hatten, war, dass das Rennen auf dem trockenen Ackerboden riesige Staubwolken entfachen konnte. "Man sieht die Hand nicht vor Augen. Also auch nicht, wenn einer seitlich in einen reinboxt. Das kann richtig gefährlich werden", befand Christian Knupfer schon nach der dritten Runde, und forderte eine Rennpause, um die Strecke zu wässern, was mehr als einen dreiviertelstündigen Zeitverzug zur Folge hatte.
 
Fahrer und Publikum übten sich in Geduld und wurden danach mit einem tollen Rennen und teils tollkühnen "Blechboxparaden" belohnt. Bis auf kleinere Blessuren haben alle Fahrer das Auto-Cross heil überstanden.
 
Eindruck machte auch das größte Trike der Welt, das während der Rennpause über die Piste ratterte. Nach drei Stunden stand der Sieger fest: Sali "Tschole" Segbers im Subaru. Lange Gesichter gab es bei den Verlierern nicht. "Dabeisein ist alles", brachten etwa Alex Lepej aus Ulm und Albrecht Guther aus Röhrwangen ihre Gefühle auf den Punkt. Lob spendeten Zuschauer wie Fahrer der guten Organisation und den Sicherheitsvorkehrungen mit Feuerwehr und Rotem Kreuz. So feierte eine große Fangemeinde mit ihren "Fahrkünstlern" nach der Siegerehrung bei der After-Race-Party bis weit nach Mitternacht.


Erscheinungsdatum: Montag 31.08.2009 v. Renate Emmenlauer
SÜDWEST AKTIV - Copyright 2002-2009 Südwest Presse Online-Dienste GmbH
Alle Rechte vorbehalten!