
Blick ins
Cockpit: Organisator und Auto-Cross-Fahrer Christian Knupfer. Foto:
Emmenlauer
Die grandiose Publikumskulisse und natürlich das Crash-Rennen selbst
haben die Kumpels wieder für die zeitintensive Vorarbeit entschädigt. "Eine
komplette Woche vom Sommerurlaub ist wieder draufgegangen. Da sind die
Planungen schon vor Monaten nicht eingerechnet", sagt Christian Wöhrle.
Während er und Matthias Kopp am Samstag für einen reibungslosen Ablauf
sorgten, checkten Christian Knupfer und sein Bruder Bernd ihre ausrangierten
Golfs nochmals durch, nicht dass diese vor dem Rennen den Geist aufgeben.
Wie alle anderen 26 Teilnehmer trugen auch die Brüder Knupfer
vorschriftsmäßig einen Helm und waren angegurtet. Der Umwelt zuliebe fuhren
alle Autos mit Bioöl und hatten Leitungswasser im Kühler, wie zu erfahren
war.
Christian Knupfer hatte nicht nur einen Brust- und Armschutz um, der
Hundersinger Auto-Freak hatte das Innenleben seines weißen Abwrack-"Taxis"
zusätzlich mit Strohballen gesichert. Sämtliche Scheiben waren an allen
Fahrzeugen ausgebaut. "Wegen der Sicherheit. Wenn Glas splittert, kanns
richtig gefährlich werden", weiß Knupfer aus eigener Erfahrung. "Die
Sicherheit der Fahrer steht an erster Stelle, auch wenn manches
halsbrecherisch aussieht." Auch für die Sicherheit des Publikums war
hervorragend mit stabilen Zaunabsperrungen gesorgt.
So rollten die 28 Schrottlauben auf Rädern am Samstagnachmittag nach einem
ausgedehnten Trainingslauf auf die etwa einen Kilometer lange, eigens für
das Rennen präparierte, kurvenreiche Strecke inmitten des Stoppelackers. Die
Kunst war, mit seinem Blechross möglichst lange auf der Strecke zu bleiben.
Gab dieses dann den Geist auf, hieß es "ausgeschieden". Anrempeln nach allen
Regeln der Kunst war erlaubt. Zwei Dutzend "Stewarts" säumten die Strecke
und reckten je nach Notwendigkeit rote Flaggen für den Rennstopp und gelbe
für langsame Fahrt in die Höhe. Zwei riesige Traktoren standen bereit, um
die nicht mehr fahrtüchtigen Autos sofort von der Strecke zu schleppen.
"Boxen auf und los", gab Moderator Theo das Kommando zum Start. Was die
Verantwortlichen nicht bedachten hatten, war, dass das Rennen auf dem
trockenen Ackerboden riesige Staubwolken entfachen konnte. "Man sieht die
Hand nicht vor Augen. Also auch nicht, wenn einer seitlich in einen
reinboxt. Das kann richtig gefährlich werden", befand Christian Knupfer
schon nach der dritten Runde, und forderte eine Rennpause, um die Strecke zu
wässern, was mehr als einen dreiviertelstündigen Zeitverzug zur Folge hatte.
Fahrer und Publikum übten sich in Geduld und wurden danach mit einem tollen
Rennen und teils tollkühnen "Blechboxparaden" belohnt. Bis auf kleinere
Blessuren haben alle Fahrer das Auto-Cross heil überstanden.

Eindruck machte auch das größte Trike der Welt, das während der Rennpause
über die Piste ratterte. Nach drei Stunden stand der Sieger fest: Sali "Tschole"
Segbers im Subaru. Lange Gesichter gab es bei den Verlierern nicht. "Dabeisein
ist alles", brachten etwa Alex Lepej aus Ulm und Albrecht Guther aus
Röhrwangen ihre Gefühle auf den Punkt. Lob spendeten Zuschauer wie Fahrer
der guten Organisation und den Sicherheitsvorkehrungen mit Feuerwehr und
Rotem Kreuz. So feierte eine große Fangemeinde mit ihren "Fahrkünstlern"
nach der Siegerehrung bei der After-Race-Party bis weit nach Mitternacht.
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